Jutta Fleck, bekannt als „die Frau vom Checkpoint Charlie“, und ihre Tochter Beate Gallus haben am 28. September an unserer Schule über Flucht, Haft und die jahrelange Trennung in der DDR berichtet.

Schülerinnen und Schüler der Q3, der Klasse 10a und der Demokratie-AG erhielten dabei einen persönlichen Einblick in die deutsch-deutsche Geschichte. Organisiert hatte die Veranstaltung Julia Ludwig.

„Wo Liebe ist, wird das Unmögliche möglich“ – mit diesem Satz beendeten Jutta Fleck und ihre Tochter Beate Gallus ihr eindrucksvolles Zeitzeugengespräch. Für Jutta Fleck ist er zugleich Lebensmotto und Leitgedanke einer Familiengeschichte, die über Jahre von Trennung und dem Kampf um ein Wiedersehen geprägt war.

1982 versuchte Jutta Fleck, die damals noch Jutta Gallus hieß, mit ihren Töchtern Beate und Claudia aus der DDR zu fliehen. Der Fluchtversuch über Rumänien scheiterte: Mutter und Töchter wurden verhaftet. Jutta Fleck wurde wegen „Republikflucht“ verurteilt und verbrachte über zwei Jahre im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck. Ihre Töchter kamen zunächst in ein Kinderheim und durften danach bei ihrem leiblichen Vater in Dresden leben.

1984 wurde Jutta Gallus von der Bundesrepublik freigekauft; ihre Kinder aber mussten in der DDR bleiben. Jahrelang kämpfte sie öffentlich darum, ihre Töchter zurückzubekommen: Mit einem Schild stand sie immer wieder am Checkpoint Charlie, legte sich mit Politikern an, sprach 1986 im Reichstag vor der Weltpresse und trug ihr Anliegen sogar bis zum Papst. So wurde sie als „die Frau vom Checkpoint Charlie“ bekannt. 1988 hatte ihr Kampf Erfolg: Beate und Claudia durften in die Bundesrepublik ausreisen und wieder bei ihrer Mutter leben.

Eindrucksvoll und bewegend berichteten Jutta Fleck und Beate Gallus von der Flucht, der jahrelangen Trennung und ihrem Kampf um die Familie. Dabei erzählte die Mutter aus dem Westen und die Tochter aus dem Osten. So konnten die Schülerinnen und Schüler Geschichte hautnah erleben. Die lebhafte Fragerunde, die weit über die geplanten zwei Stunden hinausging, zeigte, wie sehr die Begegnung die Jugendlichen bewegt hat.